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Veröffentlichungen

  • 24. Juli 2025

Ich dachte, Du wärst die Scheibe,

durch welche ich unsere Welt beobachte.

Der Filter, durch den ich meine Bestimmung seihe,

dass Sinnlosigkeit sich absetzt, und ich alles neu betrachte.

Dass ich alles sehen kann,

solange ich jeden anderen aus meinem Sichtfeld verbann‘.

Habe Dich in jedem Raum gesucht,

um Klarheit über meine Heimat zu verlangen.

Jeden verzweifelten Trick im Internet versucht,

nur, um durch Deine Augen an die Erwartungen an mich selbst zu gelangen.


Ich redete mir Ewigkeiten ein

alles zu besitzen, würde mir doch nur ein kleiner Teil von Dir gehören.

So plötzlich waren wir ganz allein,

und ich erkannte, dass Du zu viele so liebst, die mein perfektes Bild unserer Zweisamkeit stören.

Vor meinen Augen zerbrach ein gesamter Planet,

der mit jedem Traum mehr aus seiner Bahn gerät.

Werde noch lange beschäftigt sein,

eine Sphäre um das Chaos zu bauen.

Damit alles warm gehalten wird von dem Schein,

dass ich auf eine Veränderung meines Kurses kann vertrauen.

 

Die Erwartung an Dich ist das Glas,

durch welches ich mich betrachte.

Als es zersprang, floss heraus stimulierendes Gas,

lässt mich gigantische Fehler erkennen, von denen ein jeder mich ins Labyrinth mit Mauern aus Hoffnungen brachte.

Werfe einen Schatten, mühelos und ohne Gewalt,

genau so groß, wie das Wesen meiner Gestalt.

Der rosa Schein ist vergangen,

kann jetzt jede Grenze durchbrechen.

Nicht länger in Tagträumen verfangen,

von denen ich zuließ, dass sie mir Unmögliches versprechen.

 

Ich dachte, meine Perspektiven seien eine Brille,

durch deren Blick Du endlich wärst vernarrt.

Habe Dich gesehen als Kokille,

in die ich nur genug Liebe gießen muss, bis etwas darin als mein Freund erstarrt.

In der Hoffnung, Du würdest Dich daran erfreuen,

tat ich einiges, was ich heute muss bereuen.

Denn die Erwartung an Dich war ein Fernrohr,

falsch herum, was mich von allem distanzierte, was wir hatten.

Fahre es alles ein und bohr‘

tief in mir, um jeden Gedanken an Dich zu beschatten.

 

Also zerschlage ich die Scheiben,

um zu erkennen, dass es ein einziger Spiegel war. Muss verdammen,

dass alle diese Barrikaden, in denen sich meine Gedanken verzweigen,

meinen Ansprüchen an fremder Leute Verhalten entstammen.

Im Lichte einer optimistischen Zukunft, lief ich in den Garten,

verirrt in einer Illusion, sollte ich dort schon gestern, oder bis morgen, aber nie heute auf Dich warten.

Und vielleicht lebe ich in Pech für sieben Jahre,

dass ich die Maschinerie meiner Seele so umstrukturiere.

Glückseligkeit danach, wenn ich weiter so verfahre,

jetzt, wo ich das Gedankenkarussell dekonstruiere.

 

Schönheit fließt entlang meiner Wangentraufen,

muss keine fremden Löcher mehr stopfen.

Ich sitze in einem Scherbenhaufen,

von Zeit zu Zeit hört man Blut tropfen.

Kannst mein Interieur erspähen,

kannst nur zusehen.

Werde mich nach eigener Vorstellung neu errichten.

Du wirst die Aufforderung zum Gehen missachten.

Ich werde Dir von allem berichten.

Du bist da, um es alles zu betrachten.

Kiara, ich möchte Dich fragen, wo die Wahrheit über das Lügen zu finden ist.

Habe es mal gewusst,

habe es mal weitergegeben,

habe es mal vergessen,

habe es nie wieder gesehen ...

Ich möchte Dich fragen, wann Du die Wahrheit gesprochen hast,

bei all den Komplimenten, als es schön war,

oder jetzt, wo Du sagst, es bedeute Dir nichts mehr?

Ich möchte fragen, ob Du schon wusstest,

dass ich jemand bin, den Du nicht mehr in Deinem Leben willst,

als ich noch neben Dir saß (an all den Orten, wo Du von mir profitieren konntest).

Ich möchte erfahren, ob die Herzlichkeit schon ausverkauft war,

als noch alle Tränen verschenkten.

Ich möchte Dich fragen,

aber erreiche Dich nicht mehr.


Kiara, ich möchte wissen, ob ein Kratzer genügte, dass Du es wegschmeißen konntest,

oder ob ich Dir viel mehr Wunden zufügen musste.

Habe sämtliche Schuld auf mich genommen,

dann mit ihr Ping Pong gegen Dein Abziehbild gespielt.

Möchte gern sagen, quitt zu sein,

aber am Ende warst Du verschwunden,

gerade, als ich dem Ball hinterherlief.

Ich möchte wissen, ob Du erst beim Gehen spürtest,

dass ich nicht auf Dein Spielfeld passe.

Ich will wissen, ob Du so lange unsere Vergangenheit verschweigst,

bis es Dich zu einem noch besseren Menschen machen würde, mich zu kennen.


Kiara, ich könnte Dir sagen, dass ich mich angreifbar gemacht habe

und ich so dankbar bin, dass Du nur einmal in die Offensive gingst.

Aber Kiara, ich könnte Dir auch sagen, dass ich etwas weiß, was Du nicht weißt,

denn es beruht auf Gegenseitigkeit und ich hätte noch einen Schuss gut.

Ich würde es gern übers Herz bringen, Dir zu drohen,

aber Kiara, ich könnte Dir sagen, dass meine Mutter noch immer nur Gutes von Dir denkt,

weil ich nie etwas Schlechtes zu sagen hatte,

bis Du nichts Nettes mehr gesagt hast.

Also verbleibe ich in Stille.

Ich könnte Dir sagen, dass der Schmerz Deines Verschwindens mich ab und zu als wütendes Kind darstellte.


Kiara, ich sollte Dich fragen, ob Du von mir denkst, wie über die anderen.

Habe mich einst besser gefühlt, als Du sagtest, ich sei so anders.

Aber als plötzlich alle Nebenrollen

zu Bösewichten und schließlich Typen wurden,

da schrie ich

"Habe Dir gesagt, dass Du nur Deinem Wort trauen kannst"!

Aus Trotz wurde es zur Philosophie,

die Du nun auf alles anwendest.

Aber manche Lebensweisheit ist nur Antwort auf eine einzige Frage.

Kiara, ich sollte Dich eigentlich fragen, ob Du es noch einmal wagst, das Band zu knüpfen.

Ich sollte Fragen, ob Du noch Dein Geschenk willst,

denn ich war nicht eingeladen

(und wenn, nur als Staubkorn auf der Linse der wirklich coolen Jungs).

Zu lang durfte ich allein meine Schlüsse aus Vergangenem ziehen,

meinen Groll aufziehen.

Und ohne Erklärung bleibt nur die Annahme,

dass ich Dir nie wichtig genug war, um Deine Entscheidung zu überdenken.


Kiara,

ich wollte Dich fragen, ob Du genau das Richtige für den Wandel verkauft hast

und, ob ich tatsächlich Ware in diesem Geschäft war

und, ob ich mich jetzt recht verhalte.

Kiara, ich muss gestehen, dass ich nicht wusste, ob irgendjemand hören will, was ich zu sagen habe.

So lange tröstete mich der Gedanke an Deine Reaktion.

Doch was ich schrieb, existiert nicht einmal in Deiner Welt.

Kiara, ich wollte Dir sagen, dass ich all das tun konnte, weil Du mir Hoffnung gabst.

Jetzt bist Du ein Selbst-Engagierer und meine Strophen klarer.

Was ist nur aus uns geworden?

Kiara, ich hoffe, dass einer Deiner wahren Freunde, für die ich noch irgendetwas bin (Idealist, Idiot, Sitzgenosse),

Dir dieses hier zeigt.

Denn ich weiß, dass Du nichts davon mitbekommen willst,

habe mich nicht weit genug von damals entfernt,

aber Ihr seid jetzt so weit weg.


Kiara, ich sollte Dir sagen, wie es mir wehtat,

dass ich offenbar nur so lange wichtig war, wie es für Deine selbstwertdienlichen Verzerrungen wichtig war.

Ich sollte Dir sagen, dass ich meine Fehler bereue.

Ich sollte Dir sagen, dass Du gerade denen nicht trauen kannst, die Dir jetzt noch nah sind.

Kiara, ich sollte Dir sagen, dass ich mich so lange indoktrinierte, Dich nicht zu vermissen,

dass ich jetzt tatsächlich so denke.

Ich sollte Dir sagen, dass ich mich dessen schäme.

Kiara, ich sollte Dir sagen, dass es mir mal wichtig war, Dich in meinem Leben zu haben,

jetzt bist Du nur noch eine Leere Seite in dem Buch, welches ich ohne Dich nie geschrieben hätte.

Ich sollte Dir das alles sagen,

aber Du hörst nicht zu.


Bau Dir eine Mauer,

Stein für Stein aus Deiner Wahrheit.

Bau sie ganz eng um Dich,

bist die Einzige, der Du trauen kannst.


Bau Dir eine Mauer,

aus Lügen und Verschwörungen.

Sieh Dich jetzt um in Deiner Welt,

die Du geschaffen hast, um Dich vor allem zu schützen.

Betaste die Grenze, welche Dich von allem isoliert, was sie einreißen könnte.


Bau Deine Mauer

und sieh, dass Du Dich selbst einsperrst;

zwischen dem Echo Deiner Überzeugungen.

Wir sind hier draußen

und beobachten, wie Du Schicht für Schicht höher ziehst,

bis zur Sonne,

bis Du sie zubauen kannst,

bis Du auch sie negieren kannst.

Bau Deine Mauer und sag, wir würden büßen,

aber am Ende hörst Du nur Dich selbst,

und bezahlst mit der Freiheit.


Also bau Deine Mauer

und schneide alles ab, was aus Deiner Meinung hervorsteht.

Sieh Dich jetzt um in Deiner geglätteten Welt,

in der Du niemandem trauen kannst.

Schließ Dich ein,

um nicht ausgeschlossen zu werden.


Und wir lieben Dich,

aber wie viele Märchen wirst Du noch vorlesen,

bis Du auch das leugnest?

Und wir sorgen uns,

wie hoch der Wall noch wird,

wie lang wir Dich noch erreichen können.


Meine Liebe ist bedingungslos,

aber Du verschiebst die Grenzen.

Ziehst sie ganz eng um Dich.

Sieh Dich um in Deiner Welt,

wie lang hat sie noch Platz für uns?


Also bau Deine Mauer



Das Loge der Eisernen Rose. Hell-beige
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