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Kiara, ich sollte Dir sagen

  • 17. Juli 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Kiara, ich möchte Dich fragen, wo die Wahrheit über das Lügen zu finden ist.

Habe es mal gewusst,

habe es mal weitergegeben,

habe es mal vergessen,

habe es nie wieder gesehen ...

Ich möchte Dich fragen, wann Du die Wahrheit gesprochen hast,

bei all den Komplimenten, als es schön war,

oder jetzt, wo Du sagst, es bedeute Dir nichts mehr?

Ich möchte fragen, ob Du schon wusstest,

dass ich jemand bin, den Du nicht mehr in Deinem Leben willst,

als ich noch neben Dir saß (an all den Orten, wo Du von mir profitieren konntest).

Ich möchte erfahren, ob die Herzlichkeit schon ausverkauft war,

als noch alle Tränen verschenkten.

Ich möchte Dich fragen,

aber erreiche Dich nicht mehr.


Kiara, ich möchte wissen, ob ein Kratzer genügte, dass Du es wegschmeißen konntest,

oder ob ich Dir viel mehr Wunden zufügen musste.

Habe sämtliche Schuld auf mich genommen,

dann mit ihr Ping Pong gegen Dein Abziehbild gespielt.

Möchte gern sagen, quitt zu sein,

aber am Ende warst Du verschwunden,

gerade, als ich dem Ball hinterherlief.

Ich möchte wissen, ob Du erst beim Gehen spürtest,

dass ich nicht auf Dein Spielfeld passe.

Ich will wissen, ob Du so lange unsere Vergangenheit verschweigst,

bis es Dich zu einem noch besseren Menschen machen würde, mich zu kennen.


Kiara, ich könnte Dir sagen, dass ich mich angreifbar gemacht habe

und ich so dankbar bin, dass Du nur einmal in die Offensive gingst.

Aber Kiara, ich könnte Dir auch sagen, dass ich etwas weiß, was Du nicht weißt,

denn es beruht auf Gegenseitigkeit und ich hätte noch einen Schuss gut.

Ich würde es gern übers Herz bringen, Dir zu drohen,

aber Kiara, ich könnte Dir sagen, dass meine Mutter noch immer nur Gutes von Dir denkt,

weil ich nie etwas Schlechtes zu sagen hatte,

bis Du nichts Nettes mehr gesagt hast.

Also verbleibe ich in Stille.

Ich könnte Dir sagen, dass der Schmerz Deines Verschwindens mich ab und zu als wütendes Kind darstellte.


Kiara, ich sollte Dich fragen, ob Du von mir denkst, wie über die anderen.

Habe mich einst besser gefühlt, als Du sagtest, ich sei so anders.

Aber als plötzlich alle Nebenrollen

zu Bösewichten und schließlich Typen wurden,

da schrie ich

"Habe Dir gesagt, dass Du nur Deinem Wort trauen kannst"!

Aus Trotz wurde es zur Philosophie,

die Du nun auf alles anwendest.

Aber manche Lebensweisheit ist nur Antwort auf eine einzige Frage.

Kiara, ich sollte Dich eigentlich fragen, ob Du es noch einmal wagst, das Band zu knüpfen.

Ich sollte Fragen, ob Du noch Dein Geschenk willst,

denn ich war nicht eingeladen

(und wenn, nur als Staubkorn auf der Linse der wirklich coolen Jungs).

Zu lang durfte ich allein meine Schlüsse aus Vergangenem ziehen,

meinen Groll aufziehen.

Und ohne Erklärung bleibt nur die Annahme,

dass ich Dir nie wichtig genug war, um Deine Entscheidung zu überdenken.


Kiara,

ich wollte Dich fragen, ob Du genau das Richtige für den Wandel verkauft hast

und, ob ich tatsächlich Ware in diesem Geschäft war

und, ob ich mich jetzt recht verhalte.

Kiara, ich muss gestehen, dass ich nicht wusste, ob irgendjemand hören will, was ich zu sagen habe.

So lange tröstete mich der Gedanke an Deine Reaktion.

Doch was ich schrieb, existiert nicht einmal in Deiner Welt.

Kiara, ich wollte Dir sagen, dass ich all das tun konnte, weil Du mir Hoffnung gabst.

Jetzt bist Du ein Selbst-Engagierer und meine Strophen klarer.

Was ist nur aus uns geworden?

Kiara, ich hoffe, dass einer Deiner wahren Freunde, für die ich noch irgendetwas bin (Idealist, Idiot, Sitzgenosse),

Dir dieses hier zeigt.

Denn ich weiß, dass Du nichts davon mitbekommen willst,

habe mich nicht weit genug von damals entfernt,

aber Ihr seid jetzt so weit weg.


Kiara, ich sollte Dir sagen, wie es mir wehtat,

dass ich offenbar nur so lange wichtig war, wie es für Deine selbstwertdienlichen Verzerrungen wichtig war.

Ich sollte Dir sagen, dass ich meine Fehler bereue.

Ich sollte Dir sagen, dass Du gerade denen nicht trauen kannst, die Dir jetzt noch nah sind.

Kiara, ich sollte Dir sagen, dass ich mich so lange indoktrinierte, Dich nicht zu vermissen,

dass ich jetzt tatsächlich so denke.

Ich sollte Dir sagen, dass ich mich dessen schäme.

Kiara, ich sollte Dir sagen, dass es mir mal wichtig war, Dich in meinem Leben zu haben,

jetzt bist Du nur noch eine Leere Seite in dem Buch, welches ich ohne Dich nie geschrieben hätte.

Ich sollte Dir das alles sagen,

aber Du hörst nicht zu.


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1 Kommentar


Gast
20. Juli 2025

Vielleicht hätte ein echtes Gespräch das Zerbrechen verhindert.

Vielleicht wäre alles anders,

wenn man sich rechtzeitig zugehört hätte.

Jetzt bleibt nur der Schmerz dessen,

was unausgesprochen blieb

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