Mittwoch
- 17. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Feb.
Sitze im Bett,
feiere mich selbst.
Der Spiegel trägt ein glänzend Hütchen.
Hab mich hübsch gemacht, aber niemals schön genug, um geliebt zu werden,
kann den Clown in meinem Gesicht nicht übersehen.
Ich schaue fern,
lese
und schreibe weiter an Dingen, die niemand interessieren.
Noch nie waren meine Gedichte eine Metapher für mich,
waren immer genau,
aber keine Worte können beschreiben,
was dieser Mittwoch mit mir macht,
noch nie war alles so klar.
Wenn Aufräumen das Wichtigste ist,
dann weiß man ja, wie mein Geburtstag verläuft.
Es ist mein 20. Jahr auf diesem Elend und ich verbringe ihn allein,
es ist mein Jubiläum und sie können mir nicht einmal ins Gesicht schauen,
murmeln Glückwünsche an die Decke,
während sie gehen.
Ewig am warten,
es ist erst zehn Uhr.
Wollte verschwinden in die Nacht,
jetzt warte ich darauf, wer mich vergisst.
Als Kind fiel es mir leichter, nicht beachtet zu werden,
dachte nur, ich hätte jetzt Liebe gefunden,
dachte es wäre wohl vorbei.
Habt Ihr gehört, was er gesagt hat?
Nein! Was denn?
„Lern was ordentliches.“
Nein wirklich? Ein Skandal!
Aber natürlich ist es das.
Als ob alles, was ich mache falsch wäre, unrichtig wäre.
Unnütz, wie immer,
wie alles, was ich tue.
Die Musik wird wieder verständlicher,
bin fast am Kuchen erstickt,
keiner hat’s gemerkt.
Rechnungen kommen an, aber keine Wünsche.
Mein Geschenk an mich, passt doch zu diesem Leben,
habe mir gewünscht, allein zu feiern,
aber Einsamkeit kam an.
So fühl ich mich wieder,
kann kaum erwarten, weniger zu bekommen, als erwartet,
aber mehr, als ich verdient hätte.
Das vergessen sie nie, zu sagen.
Tränen löschen die Geburtstagskerzen,
der Kuchen ist verbrannt.
Niemand sieht, wie ich an allem würge, was man mir gibt.
Bilde mir ein, gute Zeilen zu schreiben,
aber was bringen sie, wo doch keiner liest und Bücher hier verbrennen.
Werde wohl spazieren gehen,
weg von all dem Mist,
weg von Klinkenfreunden und Trauerfamilien.
Kann kaum erwarten, wieder zu schlafen,
das kommt dem Sterben am nächsten
und ist das einzige Geschenk, welches meiner angemessen wäre,
darin sind sich so viele einig, die mein Blut teilen.
Machen wir uns nichts vor
20 ist ein Viertel meines Lebens.
Habe gelernt, habe überlebt.
Jetzt kommt der nächste Schritt,
hätte nie gedacht, so große Schuhe kaufen zu müssen.
Vielleicht trage ich deswegen noch die Klamotten von damals, die Klamotten von ihr.
Lasst mich alle gehen,
wenn ich Euch so unwichtig bin, dass Ihr mich hier vergesst.
Bin ich zu streng mit ihnen?
Nein, so haben sie es stets mit mir gehalten.
Und warum sollten sie nicht ihre eigene Medizin kosten,
wo ich doch von ihren Heilungen krank wurde.
Sie werden es nicht verstehen,
werden mit Entsetzen über all das hier lästern.
Aber das tun sie sowieso,
vielleicht fangen sie ja an, meinen Worten zu glauben.
Ich beiße ab von dem Kuchen,
der eigentlich ein Muffin ist.
Denn eine ganze Torte nur für mich,
das lohnt sich doch nicht.


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